Gästebefragungen

Ausgeklügeltes touristisches Marketing, aufwändige Infrastrukturinvestitionen und Produktentwicklungen bleiben erfolglos, wenn sie etwas anbieten, für das es kein Interesse bei potenziellen Käufern gibt. Gästewünsche artikulieren sich letztlich als Abstimmung mit den Füßen über die Nachfrage.

Der Rückschluss aus dem Verlauf der quantitativen Nachfrage nach vorhandenen Angeboten auf die Gästewünsche ist jedoch nicht ohne Tücken. Fehlt z.B. die Alternative, kauft der Gast zur Not das kleinere Übel. Sich an derartigen „Wettbewerbssiegern“ zu orientieren, hieße, alte Fehler fortzuschreiben und den Kunden zu verpassen. Besser, man fragt den Gast direkt.

Herauszubekommen, was die Gäste wirklich wollen und diese Erkenntnisse für die Entwicklung des Tourismus zu nutzen, ist ein Leitmotiv in der Arbeit des NIT. Touristische Gästebefragungen liefern hierzu wertvolle Informationen.

Dabei reicht das Spektrum methodischer Varianten im Bereich der quantitativen wie auch der qualitativen Marktforschung von persönlichen Interviews und Tagesgastbefragungen über Gruppendiskussionen in den Zielgebieten bis hin zur Befragung in- und ausländischer Übernachtungsgäste per Fragebogen in den Unterkünften oder per Brief nach der Rückreise in den Wohnort.

Standardisierte Befragungen über mehrere Jahre erlauben dabei Zeit- und Ortsvergleiche und sind für verhältnismäßig geringe Kosten durchführbar. Doch auch um zu klären, was die Urlauber nicht wollen, was sie stört, helfen Gästebefragungen weiter. Gästebefragungen liefern Anhaltspunkte für ein besseres Verstehen der Motive und Erwartungen der Kunden. Sie erleichtern es den touristischen Anbietern, ihr eigenes Produkt aus der Sicht des Urlaubers zu betrachten und sich in den Gast hineinzuversetzen. Dabei wird es um so wichtiger, zielgruppen- und interessengruppenorientierte Angebote auf den Markt zu bringen oder die zielgruppenspezifischen Qualitäten eines Produktes für den entsprechenden Kundenkreis sichtbar zu machen. Aus der genauen Kenntnis der Gästewünsche lassen sich Anforderungsprofile unterschiedlicher Gästegruppen beschreiben. Auf Grundlage dieser Informationen wiederum kann ein touristischer Standort oder Betrieb sein Angebot für ausgewählte Zielgruppen optimieren und sich so gegenüber Mitbewerbern profilieren.